Digitalisierung Apotheken

Übersicht Apotheken-Apps

Oktober 2018 | Seit der Expopharm in München erhalten Apotheken in ganz Deutschland fast täglich neue Angebote für Apps. Von Vorbestell-Apps mit Chatfunktion á la WhatsApp bis hin zu Bestellapps, die vollständig in die Warenwirtschaft integriert sind, wird alles angeboten. Die Preise reichen dabei von mehreren hundert Euro bis hin zu "kostenlos" - also irgendwie durch Nutzerdaten oder Hersteller finanziert.

Diese Übersicht soll die wichtigsten Apps kurz und bündig beschreiben - da das ganze Thema jedoch stark im Fluß ist bin ich für Aktualisierungen / Anregungen dankbar!

Schnell-Navigation durch den App-Dschungel:

  • ApothekenApp
  • Call my Apo
  • deine Apotheke
  • Apotheke vor Ort
  • klickA / aponow
  • Alphega App (noch keine Analyse)

ApothekenApp

Die Apotheken-App vom Deutschen Apotheken Verlag ermöglicht das Aussuchen der eigenen Stammapotheke und zeigt ansonsten die Notdienste an. Die App ist eher mittelmässig bewertet und stürzt im Test auch mal ab. Dafür muss man sich für die Teilnahme nicht registrieren, der Apotheken-Finder ist für den Kunden kostenfrei, der Basiseintrag für die Apotheke auch.

Apotheken mit einer Webseite von DAN / apotheken.de werden in der App gesondert hervorgehoben. Sie können sich vom Kunden als "Lieblingsapotheke" hinterlegen lassen. Dann werden auch weitere Funktionen freigeschaltet, wie zum Beispiel ein digitaler Flyer oder eine Artikel-Reservierung. Außerdem bietet die App die Möglichkeit, die Medikation einzugeben und sich dann per Mitteilung an die Einnahme bestimmter Medikamente erinnern zu lassen.

Call my Apo App

Call my Apo

Als reine Chat-App bietet Call my Apo für den Kunden den direkten Kontakt in die Apotheke der eigenen Wahl. Allerdings sind die Funktionen begrenzt: der Fokus steht klar auf einer Vorbestellung per Foto, Sprachnachricht oder Text und der damit einhergehenden DSGVO-konformen Abwicklung. Dafür sind auch die Kosten überschaubar. Langfristig fragt man sich, welches Geschäftsmodell der Anbieter verfolgt.

deine Apotheke

Von der Phoenix AG & ADG wird das System "deine Apotheke" promotet. Es bietet eine Vorbestell-Funktion per Rezeptfoto, oder manueller Eingabe. Für einen geringen monatlichen Betrag erhält die Apotheke eine DSGVO-konforme "Chat-Möglichkeit". So streichen die Anbieter die "WhatsApp-ähnliche" Bedienung hervor. Allerdings sind die weiteren Funktionen eher rudimentär. Spannend dürfte es vor Allem werden, wenn man die direkte Integration in die ADG-Warenwirtschaft nutzt. Dort sollen direkt die Rezeptdaten übernommen werden. Bisher kenne ich allerdings noch keine Testergebnisse.

Apotheke vor Ort

Vom Wort & Bild Verlag kommt die wohl dienst-älteste der Apotheken Apps: Apotheke vor Ort. Hier kann der Nutzer seine "Stammapotheke" auswählen und kontaktieren. Sie ist stark auf die Inhalte der Apotheken Umschau aus dem gleichen Hause ausgerichtet. So werden dort die gleichen Inhalte ausgespielt und z.B. über Augmented Reality Zusatzinformationen zu Heftbeiträgen abgerufen. 

Eine Integration in bestehende Warenwirtschaftssysteme besteht wohl nicht, die Informationen erreichen die Apotheke über die "klassischen" Medien (Telefon, Email, Fax, etc). Damit ist für die Nutzung seitens der Apotheke kein Einloggen in ein Backend-System notwendig.

klickA / Aponow

Mit Aponow kann der Kunde seine Medikamente online in einer Apotheke der Umgebung reservieren. Alle Apotheken der Umgebung erhalten dann ein Fax mit einer Bestellnummer. Über ein Portal kann jeder Apotheker den Auftrag für sich annehmen und die Medikamente reservieren.Im gleichen Zug werden die Kontaktdaten des Kunden angezeigt und die Apotheke übernimmt die Abwicklung. Auch eine Lieferung ist möglich, sowie eine Paypal-Anbindung.

Die App klickA nutzen dagegen eher Hersteller, z.B. ratiopharm, Queisser, Orthomol, TAD, etc... Dort kann der Kunde ausgewählte Artikel in einer bestimmten Apotheke seiner Wahl zum UVP vorbestellen. Die Apotheke erhält dann ein Fax auf dem die Abholung des Artikels angekündigt wird. Die Daten des Kunden stehen auf dem Fax, die Kontaktaufnahme erfolgt dann per Handynummer oder Mailadresse.

Die dritte Plattfom desselben Anbieters - vitabook - soll eine einfache Heimversorgung ermöglichen. Allerdings wird das Heim damit eher an vitabook an die Apotheke "gebunden".